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24 Mai

Azubimarketing 2019 und 2030: Drei Fragen an Kerstin Staudtmeister von „Dialog Organisationsberatung“

AzubimarketingKerstin Staudtmeister und ihr Team wurden 2017 durch das Magazin Focus Money mit dem Titel „Bester Ausbildungsbetrieb Deutschlands im Bereich Bergbau“ gekürt. In ihrem Team arbeiten über 30 hauptamtliche Ausbilder. Sie ist Führungskraft von insgesamt 350 Mitarbeitern. Für ihren Workshop „Familiensache – Recruiting von Jugendlichen über die Ansprache der Eltern“ auf dem Flügge Kongress am 12. September bringt Frau Staudtmeister spannende Beispiele aus der Praxis mit. Heute schildert sie uns ihre Zukunftsvision zum Azubimarketing.

1. Frau Staudtmeister, was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an heutige Schulabgänger denken – was ist anders im Vergleich zu Ihrer Schulzeit?
Ich hatte das große Glück, eine sehr gute Berufsorientierung in der Schule genossen zu haben. Ich wusste, was ich wollte, und war (meine Schulkameraden auch) nicht so orientierungslos wie die jungen Menschen heute. Und wir waren deutlich reifer und selbständiger. Das tut mir für heutige Schulabgänger leid. Denn jeder im Umfeld erwartet, dass sie mit dem Tag des Schulendes wissen, wie es weiter geht. Aber die wenigsten haben einen Plan oder eine Idee. Dadurch gehen viele von ihnen unnötige Umwege und brauchen zu lange, bis sie ihren Platz im Berufsleben finden.

2. Schießen wir uns gedanklich in das Jahr 2030: Wie sieht Ihre Zukunftsvision bzw. Ihr Wunsch in Bezug auf die Kommunikation von Unternehmen mit jugendlichen Bewerbern aus?
Im Jahr 2019 wird mein Enkel 15 Jahre alt sein. Für ihn und alle Gleichaltrigen wünsche und hoffe ich, dass sie bis dahin schon ganz viel ausprobieren konnten und dass es vielleicht über digitale Möglichkeiten ganz einfach ist, mit Unternehmen oder Institutionen in Kontakt zu kommen, um Schnuppertage, Praktika oder Projekte übers Smartphone zu organisieren, zu planen, durchzuführen. Dass es danach möglich ist, sich ganz einfach Berufe vor Ort anzuschauen, und dass sich die jungen Leute ausprobieren können.

3. Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Ein gutes Azubimarketing kommt in 2019 nicht vorbei an…
An den Kanälen, die Jugendliche nutzen, Instagram und Youtube, an echten tollen Erfahrungen, die öffentlich gestellt werden, und an der Überzeugung der Eltern. Und vor allem an Tempo, Transparenz, Verbindlichkeit und echter Nähe am Menschen im Recruiting-Prozess.

Vielen Dank für das Gespräch!

Schreiner oder Koch? München oder Köln? Bei dieser Entscheidung übernimmt der Bauch das Kommando. Es sind Emotionen und gute Geschichten, die still und heimlich die Berufswahl lenken. Auf dem Flügge Kongress am 12. und 13. September 2019 dreht sich alles um das Storytelling zu Ihrer Ausbildung. Die lebendige, interaktive Veranstaltung verspricht spannende Einblicke in die Praxis und findet im wunderschönen Sport- und Olympiamuseum statt. Das wollen Sie nicht verpassen? Jetzt anmelden!

12 Feb

Jugendstil-Studie „Spaß im Job von 9 bis 17 Uhr – Was Jugendlichen bei der Berufswahl wichtig ist“

Berufswahl

Die Frage „Was mache ich nach der Schule?“ treibt den meisten Jugendlichen den Schweiß auf die Stirn. Es ist nicht verwunderlich, dass das Thema Berufswahl gerne mal verdrängt wird. Doch irgendwann gibt es kein Entkommen mehr. Mit ein bisschen Glück erhalten die Schüler Unterstützung von einem Berufswahllehrer, der sie in ihrer Orientierungsphase begleitet. Dann geht es los mit dem Überlegen und Recherchieren – Mama, Opa, alle Freunde und Nachbarn werden konsultiert und Google soll die besten Berufe finden. Schnell wird klar: Möglichkeiten gibt es sehr viele. Viel zu viele. Es ist wahnsinnig schwer, sich auf etwas festzulegen.

Nach welchen Kriterien entscheiden sich Schüler für oder gegen einen Beruf? Wir wollten es herausfinden. Denn das interessiert nicht nur Jugend- und Arbeitsmarktforscher, sondern ganz besonders Ausbilder, Personaler und Hochschulmarketingleute. Um den Beweggründen bei der Entscheidung auf die Spur zu kommen, haben wir Jugendliche gebeten, die folgenden fünf Berufswahlkriterien für sich zu priorisieren:

  • Das Verhältnis von Arbeitszeit und Freizeit Zeit für Familie
  • Der Spaß an der Tätigkeit
  • Die Höhe der Bezahlung
  • Die Arbeitsplatzsicherheit
  • Die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten im Job

Was glauben Sie? Sind junge Menschen heute vor allem scharf aufs Geld? Nein! Das zentrale Ergebnis der Studie lautet: Unabhängig von Geschlecht, Alter und Schulform liefern sich die Faktoren „Spaß an der Tätigkeit“ und „Zeit für die Familie und Freizeit“ ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz. Der Faktor Spaß setzt sich so gut wie gegen alle anderen abgefragten Berufswahlkriterien durch. Das ist ein schönes Ergebnis! Aber es schafft auch ein Problem: Wie sollen die frischgebackenen Abiturienten den Berufsbeschreibungen im Internet entnehmen, wie viel Spaß ihnen der Beruf machen wird? Der Faktor Spaß wird nur im persönlichen Gespräch greifbar. Wenn jemand mit leuchtenden Augen von seinem Berufsalltag berichtet, weiß man zumindest: Potential für Spaß ist da. Will man noch näher ran an den Beruf, bestenfalls durch das eigene Erleben, sind Praktika von entscheidender Bedeutung.

Für Ausbilder, Personaler und Hochschulmarketingleute wird durch das Ergebnis einmal mehr deutlich, dass sich die Bewerberzahlen durch Hochglanzbroschüren allein nicht steigern lassen. Echtes Interesse entsteht, wenn die Schüler Tätigkeiten selber ausprobieren können. Treffen Sie Ihre junge Zielgruppe so oft wie möglich persönlich. Veranstalten Sie Tage der offenen Tür, die zu erlebnisreichen Workshops zum Kennenlernen der Berufe einladen. Schnappen Sie sich Ihre Azubis und Studenten und zeigen Sie gemeinsam mit ihnen auf Berufswahlmessen, was es heißt, für Sie zu arbeiten oder bei Ihnen zu studieren. Wenn Ihre Azubis in Videos berichten, was sie tagsüber machen, dürfen bewegte Bilder rund um die Tätigkeit und den Arbeitsplatz nicht fehlen. Das Schöne am Live-Kontakt ist außerdem: Die Aktionen, die Sie planen, schaffen in Ihren Sozialen Medien und auf Ihrer Karriereseite den perfekten Kommunikationsanlass. „Augenoptiker werden! Triff uns auf der Messe in Köln – wir zeigen dir, wie man Gläser schleift und wie ein Sehtest abläuft.“

Alle weiteren Ergebnisse, z.B. zum Thema Arbeitszeit, finden Sie in unserem ausführlichen Studienbericht.

An der Umfrage haben 250 Schüler zwischen 14 und 18 Jahren teilgenommen. Die Befragung fand im Rahmen eines Schulprojekts zur Berufsorientierung in NRW statt und wurde von Juni bis September 2018 an drei Schulen unterschiedlicher Schulformen durchgeführt.

28 Jun

Jugendstil Berufe-Rating: Berufe und ihre Wahrnehmung durch Jugendliche in der Berufsorientierung

BerufeFragt man angehende Abiturienten, welchen Beruf sie anstreben, antworten sie meistens empört, dass sie bisher überhaupt keine Zeit hatten, sich Gedanken darüber zu machen. Das Abi! Die Prüfungen! All das verursacht Stress und lässt keinen Raum für eine sorgfältige Recherche rund um die Berufswahl. Das Pflichtpraktikum während der Schulzeit ist für die Mehrzahl der Schüler der einzige Berührungspunkt mit der Berufswelt. Sie wissen nicht, wie der Arbeitsalltag eines Polizisten oder eines Krankenpflegers aussieht. Interessanterweise haben Jugendliche trotzdem sehr klare Vorstellungen davon, welcher Beruf für sie in Frage kommt und welcher nicht. Diese Vorstellungen basieren nicht auf Fakten, sondern sind geprägt vom Einfluss der Eltern, der Lehrer und der Freunde. Auch die Medien spielen eine große Rolle bei der Wahrnehmung einzelner Berufe.

Wir haben 180 Jugendliche dazu befragt, nach welchen Kriterien sie einen Beruf auswählen und welche Tätigkeiten ihnen attraktiv erscheinen. Dabei haben wir 10 Berufe ins Visier genommen.

Anforderungsprofil und Zugangsmöglichkeiten
Ob Jugendliche sich für oder gegen einen bestimmten Beruf entscheiden, hängt nicht nur vom persönlichen Interesse ab, sondern auch davon, wie sie die Zugangsmöglichkeiten zu der Tätigkeit einschätzen. Der Lehrer ist Spitzenreiter in dieser Kategorie. Aus den 10 vorgegebenen Berufen trauen sich die befragten Jugendlichen am ehesten den Job an der Tafel zu, das heißt, sie glauben die Anforderungen für den Beruf gut zu erfüllen. Anders sieht es beim Piloten und beim Ingenieur aus. Der Ingenieur wird häufig mit dem Fach Mathematik in Verbindung gebracht, was für viele Schüler ein Problem darstellt. Beim Piloten sind es eher gesundheitliche und finanzielle Hürden, die den Zugang nach Meinung der Befragten erschweren.

Aufgaben und Arbeitsalltag
Neben einer guten Work-Life-Balance ist es vor allem der Spaß am Beruf, der heute für Schüler bei der Berufswahl zählt. Fragt man sie, für wie interessant bzw. attraktiv sie die Aufgaben der 10 genannten Berufe halten, gewinnt der Polizist. Von diesem Beruf versprechen sich die Teilnehmer der Befragung den größten Erlebnisfaktor. Kein Wunder also, dass die Polizei bereits seit Jahren im Arbeitgeberranking „Schülerbarometer“ ganz weit oben platziert ist. Der Steuerberater und der Bankkaufmann bilden das unglückliche Schlusslicht in dieser Kategorie. Von diesen klassischen Büro-Tätigkeiten versprechen sich die Schüler wenig Spaß.

Karrierechancen
Ein Faktor, der in der Berufswahl der Jugendlichen ebenfalls sehr ins Gewicht fällt, ist die Entwicklungsperspektive. Bei unserer Umfrage zu den wichtigsten Berufswahlkriterien schaffen es die Karrierechancen unter die Top 5 und stehen sogar noch vor dem Faktor Gehalt. Es ist der Rechtsanwalt, dem die Jugendlichen die besten Aufstiegschancen zuschreiben. Im Lehr- und Krankenpflege-Beruf sehen die Schüler dagegen wenig Entwicklungspotential. Beide Tätigkeiten landen auf den letzten Plätzen.

Bezahlung
Bei dieser Frage haben viele Jugendliche bemerkt, dass sie eigentlich nicht genau wissen, wie viel man in welchem Beruf verdient. Erstaunlicherweise liegen sie mit ihrer Einschätzung trotzdem nah an der Realität. Der Rechtsanwalt führt die Liste an, gefolgt vom Piloten. Wenig Reichtum traut man dem Grafikdesigner und dem Krankenpfleger zu. Zusammen mit dem Lehrer rangieren die beiden Berufe am unteren Ende der Bewertungsskala.

Sinnhaftigkeit
Abschließend haben wir die Schüler gefragt, wie sinnvoll bzw. erfüllend sie die einzelnen Tätigkeiten finden. In dieser Kategorie schafft es dann doch mal der Krankenpfleger, der sonst eher durchschnittlich bis schlecht abschneidet, auf den ersten Platz. Am wenigsten Sinnhaftigkeit schreiben die Schüler den Berufen Steuerberater und Bankkaufmann zu.

In unserem ausführlichen Rating-Bericht finden Sie das detaillierte Fazit zu allen 10 Berufen.

Zeitraum der Befragung: Februar und März 2018
Zahl der Teilnehmer: 180
Ort der Befragung: die Einstieg Messen in Köln, Düsseldorf und Hamburg
Berufe, die Gegenstand des Ratings sind: Bankkaufmann, Grafikdesigner, Hotelmanager, Krankenpfleger, Lehrer, Ingenieur (Maschinenbau), Pilot, Polizist, Rechtsanwalt, Steuerberater
Kriterien der Befragung: Anforderungsprofil und Zugangsmöglichkeiten, Aufgaben und Arbeitsalltag, Karrierechancen, Bezahlung, Sinnhaftigkeit.

Wollen Sie noch mehr über die Generation Z erfahren? Auf dem FLÜGGE Kongress am 4. September erklärt uns Christine Uhlmann von der SINUS:akademie, warum Jugendliche einer Generation je nach Herkunftsmilieu ganz unterschiedlich ticken können.

31 Aug

Surftrends und Berufswahl bei Jugendlichen

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Ist Facebook noch attraktiv für Schüler? Wer macht bei Snapchat mit? Wie viele Webseiten werden überhaupt noch über den Computer aufgerufen? Und wo findet heutzutage Berufswahl statt? Unser neues Whitepaper informiert Sie über jugendliche Surftrends und gibt Ihnen 7 Impulse für Ihre Rekrutierung.