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02 Apr

Live-Kommunikation, Karriereseite, Instagram – auf welche Rekrutierungsinstrumente setzen Unternehmen für ihr Azubimarketing? Wir haben Ausbildungsverantwortliche gefragt.

Rekrutierungsinstrumente

Welche Rekrutierungsinstrumente funktionieren am besten? Heute denkt man, Snapchat, das ist es! Morgen kommt einem das schon wieder falsch vor und man ist sich sicher, auf Stellenportale setzen zu müssen. Übermorgen sind es die Tage der offenen Tür, und so geht es immer weiter. Für die Suche nach den passenden Kandidaten gibt es nicht den einen, richtigen Weg. Entscheidend ist auch immer das Ziel: Drei Azubis in Eschweiler findet man über andere Kanäle als 50 duale Studenten in Hamburg.  Trotzdem wollten wir es wissen: Gibt es Kanäle, die besonders beliebt sind, weil sie den größten Erfolg versprechen, also die meisten Bewerbungen reinspülen?

Wir haben in den letzten Monaten die 141 Teilnehmer der Ausbildungsforen* in Berlin, Köln, Hamburg und München gefragt, welche Marketingkanäle für sie wichtig sind, wenn es um die Ansprache von potentiellen Azubis geht. Zur Auswahl standen 28 Rekrutierungsinstrumente, unter ihnen digitale Kanäle wie WhatsApp, die klassische Plakatwerbung oder persönliche Gespräche auf Ausbildungsmessen. Die Teilnehmer konnten die Kanäle mit „relevant“ oder „wenig relevant“ bewerten. Daraus ergaben sich zwei Rankings – eins zeigt die relevanten Kanäle auf und eins die wenig relevanten. Aus der Differenz dieser beiden Rankings entstand schließlich unsere Gesamtauswertung.

Starten wir mit der Top 10! Das sind die wichtigsten Marketingkanäle für die Schülerrekrutierung (je größer, desto wichtiger, na klar):

rekrutierungsinstrumente

 

 

  • Am stärksten setzen die Unternehmen auf die Wirkung ihrer eigenen Karriere-Webseite. Zu Recht – die meisten Schüler sehen sich erst mal auf der Unternehmensseite um, wenn sie sich über eine Ausbildung informieren möchten.
  • Der Live-Kontakt steht auch im digitalen Zeitalter immer noch hoch im Kurs: Den zweiten Platz im Rennen um den wichtigsten Kanal belegen Veranstaltungen an Schulen. Das können z.B. Workshops zur Berufswahl sein, die vom Unternehmen gesponsert und / oder durchgeführt werden.
  • Auf dem dritten Platz findet sich erneut ein Kanal der Livekommunikation: die Ausbildungsmessen. Im Gespräch am Messestand können Personaler Schüler persönlich für ihr Angebot begeistern. Häufig haben sich die Jugendlichen vorab im Web informiert. „Online informieren, offline überzeugen“, unter diesem Motto versuchen viele Unternehmen, engagierten Nachwuchs zu finden.
  • Ohne Videos gewinnt man heute keinen Blumentopf – das zeigt sich auch in unserer aktuellen Umfrage wieder deutlich. Attraktive Imagefilme, Azubis im Interview und 360-Grad-Eindrücke von den Räumlichkeiten eines Unternehmens gehören einfach dazu, wenn man Jugendliche auf sich aufmerksam machen will.

 

In der Gesamtauswertung ergibt sich vor allem bei den sozialen Medien ein geteiltes Bild. Während Facebook und Instagram im Azubimarketing gerne genutzt werden, haben Snapchat und der Messenger WhatsApp kaum Relevanz für das Azubi-Recruiting. Auch die gute alte Tageszeitung scheint als Rekrutierungsinstrument im Ausbildungsbereich komplett ausgedient zu haben. Sie schämt sich im Ranking auf dem drittletzten Platz. Fakt ist: Alle befragten Unternehmen nutzen mehrere Kanäle und wissen um die Wichtigkeit, das Engagement bei der Nachwuchsgewinnung zu streuen. Dabei stellen die eigene Karriereseite und Schulveranstaltungen mit Abstand die wichtigsten Kanäle dar.

Einen Teil Ihrer eigenen Azubis finden Sie sicher über Multiplikatoren. Diese tummeln sich in anderen Kanälen als Schüler. Beachten Sie z.B. bei Ihrem Azubimarketing auf Facebook, dass dieser Kanal von Schülern kaum noch genutzt wird. Aber Eltern können Sie hier noch wunderbar erreichen. Welchen Kanal auch immer Sie für Ihre Inhalte bevorzugen: Ihre Ausbildung sollte so (emotional!) erlebbar sein wie möglich. Lassen Sie die Schüler auf Ausbildungsmessen kleine, lustige Aufgaben lösen. Die Ergebnisse (z.B. actionreiches Bild- und Videomaterial) lassen sich im Anschluss fantastisch für die digitalen Kanäle aufbereiten. Und vergessen Sie nicht, alle Kanäle, die messbar sind, auszuwerten und zu vergleichen. Denn das Bauchgefühl, das man in Bezug auf den Erfolg einzelner Rekrutierungsinstrumente hat, täuscht häufig.

Mit welchen Marketingkanälen fahren Sie am besten? Wir freuen uns über einen Kommentar!

An unserer Umfrage teilgenommen haben 141 Ausbildungsverantwortliche, die auf den Ausbildungsforen der Berufe live Köln 2018, Einstieg Berlin 2018, Einstieg München 2018,  Einstieg Köln 2019 und Einstieg Hamburg 2019 zu Gast waren. Der Zeitraum der Befragung erstreckt sich über die Monate November 2018 bis Februar 2019.

*Mehrmals im Jahr und an verschiedenen Standorten in Deutschland veranstaltet Jugendstil Ausbildungsforen, bei denen Ausbilder, Personaler und Marketingmenschen Impulse für ihr Recruiting bekommen. Spannende Vorträge und Diskussionsrunden sorgen nicht nur für neue Ideen. Die Veranstaltungen eignen sich auch wunderbar dazu, Kontakte zu knüpfen. Ab April 2019 haben unsere Ausbildungsforen übrigens einen neuen Namen: „Jugendstil Frei Schnauze – MeetUp für junges Recruiting“! Die Teilnahme ist kostenfrei. 

Sie wünschen sich Best Practice ohne Ende und Deluxe-Ideen für Ihr Azubimarketing? Mehr interessante Menschen, mehr Vorträge, noch mehr Spaß? Dann besuchen Sie auf jeden Fall Flügge! Der interaktive Kongress für neues Azubimarketing findet am 12. und 13. September 2019 in Köln im Deutschen Sport & Olympia Museum statt.

30 Okt

Online Recruiting Studie 2017: Die meisten Karrierewebseiten haben Optimierungsbedarf

Bereits zum fünften Mal veröffentlicht die Wollmilchsau GmbH aus Hamburg die Online Recruiting Studie. Und zeigt dieses Jahr erneut, dass es mau aussieht auf deutschen Karrierewebseiten. Unter die Lupe genommen wurden alle börsennotierten deutschen Unternehmen aus DAX, TecDAX, MDAX und SDAX in Hinblick auf die Candidate Journey – geräteübergreifend. Die erste üble Erkenntnis: Die untersuchten Unternehmen haben ein Reichweitenproblem. Eine einzelne Stellenanzeige erreicht im Schnitt gerade mal 78 Besucher. Wollmilchsau weiß jedoch aus Erfahrung, dass es in der Regel 500 bis 1.000 Besucher auf einer Anzeige braucht, um die Stelle zu besetzen. Positiv fällt auf: Fast alle Unternehmen (90 Prozent) haben ihren Karrierebereich so in den Firmenauftritt integriert, dass man ihn mit einem Klick erreicht. Eine prominente Platzierung ist extrem wichtig, damit die Candidate Journey überhaupt starten kann. Findet man „Karriere“ oder „Jobs“ gut auf Ihrer Seite, werden auch User auf Sie als Arbeitgeber aufmerksam, die gar nicht aktiv auf Jobsuche sind und die zunächst nur aus Neugier Ihre Stellenangebote anschauen. Eine weiteres gutes Ergebnis der Studie lautet: Ca. 80 Prozent der untersuchten Unternehmen verfügen über eine mobile Karriereseite. Bei immerhin 78 Prozent ist auch noch die Stellenbörse mobil erreichbar, bei 71 Prozent kann man einzelne Stellenanzeigen über Handy und Tablet abrufen. Sorgen Sie dafür, dass man Ihre Seite auch ohne zu zoomen gut lesen kann! Die mobile One-Click-Bewerbung bieten übrigens nur 44 Prozent der Unternehmen an. Häufig führt die Bewerbung doch noch über den Desktop-PC und ein Bewerbungsformular. Im Schnitt enthält das Formular über 10 Pflichtfelder und stellt die Geduld der Bewerber ordentlich auf die Probe. Mehr als ein Drittel der Unternehmen verlangt von seinen Bewerbern, dass sie sich für den Prozess registrieren. Das ist schade, denn dadurch erhöhen sich die Abbruchzahlen massiv. Wenn Sie selber ein Formular nutzen, verzichten Sie auf Flash- und Java-Elemente und sorgen Sie dafür, dass alles, was der Bewerber schon eingegeben hat, automatisch zwischengespeichert wird. So kann die Dateneingabe auch zu einem späteren Zeitpunkt immer bequem fortgesetzt werden.

Mehr erfahren? Die komplette Studie können Sie auf www.wollmilchsau.de herunterladen.