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28 Jun

Jugendstil Berufe-Rating: Berufe und ihre Wahrnehmung durch Jugendliche in der Berufsorientierung

BerufeFragt man angehende Abiturienten, welchen Beruf sie anstreben, antworten sie meistens empört, dass sie bisher überhaupt keine Zeit hatten, sich Gedanken darüber zu machen. Das Abi! Die Prüfungen! All das verursacht Stress und lässt keinen Raum für eine sorgfältige Recherche rund um die Berufswahl. Das Pflichtpraktikum während der Schulzeit ist für die Mehrzahl der Schüler der einzige Berührungspunkt mit der Berufswelt. Sie wissen nicht, wie der Arbeitsalltag eines Polizisten oder eines Krankenpflegers aussieht. Interessanterweise haben Jugendliche trotzdem sehr klare Vorstellungen davon, welcher Beruf für sie in Frage kommt und welcher nicht. Diese Vorstellungen basieren nicht auf Fakten, sondern sind geprägt vom Einfluss der Eltern, der Lehrer und der Freunde. Auch die Medien spielen eine große Rolle bei der Wahrnehmung einzelner Berufe.

Wir haben 180 Jugendliche dazu befragt, nach welchen Kriterien sie einen Beruf auswählen und welche Tätigkeiten ihnen attraktiv erscheinen. Dabei haben wir 10 Berufe ins Visier genommen.

Anforderungsprofil und Zugangsmöglichkeiten
Ob Jugendliche sich für oder gegen einen bestimmten Beruf entscheiden, hängt nicht nur vom persönlichen Interesse ab, sondern auch davon, wie sie die Zugangsmöglichkeiten zu der Tätigkeit einschätzen. Der Lehrer ist Spitzenreiter in dieser Kategorie. Aus den 10 vorgegebenen Berufen trauen sich die befragten Jugendlichen am ehesten den Job an der Tafel zu, das heißt, sie glauben die Anforderungen für den Beruf gut zu erfüllen. Anders sieht es beim Piloten und beim Ingenieur aus. Der Ingenieur wird häufig mit dem Fach Mathematik in Verbindung gebracht, was für viele Schüler ein Problem darstellt. Beim Piloten sind es eher gesundheitliche und finanzielle Hürden, die den Zugang nach Meinung der Befragten erschweren.

Aufgaben und Arbeitsalltag
Neben einer guten Work-Life-Balance ist es vor allem der Spaß am Beruf, der heute für Schüler bei der Berufswahl zählt. Fragt man sie, für wie interessant bzw. attraktiv sie die Aufgaben der 10 genannten Berufe halten, gewinnt der Polizist. Von diesem Beruf versprechen sich die Teilnehmer der Befragung den größten Erlebnisfaktor. Kein Wunder also, dass die Polizei bereits seit Jahren im Arbeitgeberranking „Schülerbarometer“ ganz weit oben platziert ist. Der Steuerberater und der Bankkaufmann bilden das unglückliche Schlusslicht in dieser Kategorie. Von diesen klassischen Büro-Tätigkeiten versprechen sich die Schüler wenig Spaß.

Karrierechancen
Ein Faktor, der in der Berufswahl der Jugendlichen ebenfalls sehr ins Gewicht fällt, ist die Entwicklungsperspektive. Bei unserer Umfrage zu den wichtigsten Berufswahlkriterien schaffen es die Karrierechancen unter die Top 5 und stehen sogar noch vor dem Faktor Gehalt. Es ist der Rechtsanwalt, dem die Jugendlichen die besten Aufstiegschancen zuschreiben. Im Lehr- und Krankenpflege-Beruf sehen die Schüler dagegen wenig Entwicklungspotential. Beide Tätigkeiten landen auf den letzten Plätzen.

Bezahlung
Bei dieser Frage haben viele Jugendliche bemerkt, dass sie eigentlich nicht genau wissen, wie viel man in welchem Beruf verdient. Erstaunlicherweise liegen sie mit ihrer Einschätzung trotzdem nah an der Realität. Der Rechtsanwalt führt die Liste an, gefolgt vom Piloten. Wenig Reichtum traut man dem Grafikdesigner und dem Krankenpfleger zu. Zusammen mit dem Lehrer rangieren die beiden Berufe am unteren Ende der Bewertungsskala.

Sinnhaftigkeit
Abschließend haben wir die Schüler gefragt, wie sinnvoll bzw. erfüllend sie die einzelnen Tätigkeiten finden. In dieser Kategorie schafft es dann doch mal der Krankenpfleger, der sonst eher durchschnittlich bis schlecht abschneidet, auf den ersten Platz. Am wenigsten Sinnhaftigkeit schreiben die Schüler den Berufen Steuerberater und Bankkaufmann zu.

In unserem ausführlichen Rating-Bericht finden Sie das detaillierte Fazit zu allen 10 Berufen.

Zeitraum der Befragung: Februar und März 2018
Zahl der Teilnehmer: 180
Ort der Befragung: die Einstieg Messen in Köln, Düsseldorf und Hamburg
Berufe, die Gegenstand des Ratings sind: Bankkaufmann, Grafikdesigner, Hotelmanager, Krankenpfleger, Lehrer, Ingenieur (Maschinenbau), Pilot, Polizist, Rechtsanwalt, Steuerberater
Kriterien der Befragung: Anforderungsprofil und Zugangsmöglichkeiten, Aufgaben und Arbeitsalltag, Karrierechancen, Bezahlung, Sinnhaftigkeit.

Wollen Sie noch mehr über die Generation Z erfahren? Auf dem FLÜGGE Kongress am 4. September erklärt uns Christine Uhlmann von der SINUS:akademie, warum Jugendliche einer Generation je nach Herkunftsmilieu ganz unterschiedlich ticken können.