image_pdfimage_print
26 Apr

Kumpelige Bewerberansprache im Ausbildungsmarketing? „Sie“ versus „Du“

„Wir suchen dich!“ und „Komm in unser Team!“ – das Du in Stellenanzeigen geht Unternehmen bei der Bewerberansprache heute leicht über die Lippen. Duzende Unternehmen wirken nahbar, sympathisch und locker. Dem jungen Bewerber nimmt die niedrigschwellige Ansprache außerdem ein bisschen die Angst, wenn er das erste Mal in seinem Leben Anschreiben und Vita verschickt, um einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Aber wie kumpelhaft darf man sein? Hat das Duzen eine Kehrseite, wirkt es auf einige Jugendliche anbiedernd oder respektlos?

Wir haben Schüler gefragt. „Sie oder „Du“ bei der Ausbildungsbewerbung: Wann würdest du lieber mit DU, wann lieber mit SIE von Ausbildungsbetrieben angesprochen werden?

Es überrascht nicht, dass Schüler sich im Kontext Social Media ein Du wünschen. Auch in Print-Werbemitteln finden immerhin 60 bis 65 Prozent die Ansprache via Du besser. Beim Vorstellungsgespräch scheiden sich die Geister. In der Stellenanzeige bevorzugen 69 Prozent der Befragten das Sie. Das ist die Gesamtauswertung:

Seiten aus Auswertung Besucherbefragung METRO 22

Ich persönlich würde bei der Bewerberansprache immer ein Du empfehlen, vorausgesetzt, es passt zu Ihrer Arbeitgebermarke. Denn aktuelle Studien zeigen, wie groß die Unsicherheit der Schüler in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten und auf den Bewerbungsprozess insgesamt ist. Je weniger Hürden, desto besser! Egal, ob Sie sich für die legere oder konservativere Variante der Ansprache entscheiden: Behalten Sie sie auf allen Kanälen bei.

Befragt haben wir 46 Jugendliche zwischen 13 und 22 Jahren im November 2018 auf der Berufe live Köln. Die Befragung fand im Auftrag der METRO Deutschland GmbH statt.