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30 Okt

Online Recruiting Studie 2017: Die meisten Karrierewebseiten haben Optimierungsbedarf

Bereits zum fünften Mal veröffentlicht die Wollmilchsau GmbH aus Hamburg die Online Recruiting Studie. Und zeigt dieses Jahr erneut, dass es mau aussieht auf deutschen Karrierewebseiten. Unter die Lupe genommen wurden alle börsennotierten deutschen Unternehmen aus DAX, TecDAX, MDAX und SDAX in Hinblick auf die Candidate Journey – geräteübergreifend. Die erste üble Erkenntnis: Die untersuchten Unternehmen haben ein Reichweitenproblem. Eine einzelne Stellenanzeige erreicht im Schnitt gerade mal 78 Besucher. Wollmilchsau weiß jedoch aus Erfahrung, dass es in der Regel 500 bis 1.000 Besucher auf einer Anzeige braucht, um die Stelle zu besetzen. Positiv fällt auf: Fast alle Unternehmen (90 Prozent) haben ihren Karrierebereich so in den Firmenauftritt integriert, dass man ihn mit einem Klick erreicht. Eine prominente Platzierung ist extrem wichtig, damit die Candidate Journey überhaupt starten kann. Findet man „Karriere“ oder „Jobs“ gut auf Ihrer Seite, werden auch User auf Sie als Arbeitgeber aufmerksam, die gar nicht aktiv auf Jobsuche sind und die zunächst nur aus Neugier Ihre Stellenangebote anschauen. Eine weiteres gutes Ergebnis der Studie lautet: Ca. 80 Prozent der untersuchten Unternehmen verfügen über eine mobile Karriereseite. Bei immerhin 78 Prozent ist auch noch die Stellenbörse mobil erreichbar, bei 71 Prozent kann man einzelne Stellenanzeigen über Handy und Tablet abrufen. Sorgen Sie dafür, dass man Ihre Seite auch ohne zu zoomen gut lesen kann! Die mobile One-Click-Bewerbung bieten übrigens nur 44 Prozent der Unternehmen an. Häufig führt die Bewerbung doch noch über den Desktop-PC und ein Bewerbungsformular. Im Schnitt enthält das Formular über 10 Pflichtfelder und stellt die Geduld der Bewerber ordentlich auf die Probe. Mehr als ein Drittel der Unternehmen verlangt von seinen Bewerbern, dass sie sich für den Prozess registrieren. Das ist schade, denn dadurch erhöhen sich die Abbruchzahlen massiv. Wenn Sie selber ein Formular nutzen, verzichten Sie auf Flash- und Java-Elemente und sorgen Sie dafür, dass alles, was der Bewerber schon eingegeben hat, automatisch zwischengespeichert wird. So kann die Dateneingabe auch zu einem späteren Zeitpunkt immer bequem fortgesetzt werden.

Mehr erfahren? Die komplette Studie können Sie auf www.wollmilchsau.de herunterladen.

16 Jun

Usability zum Vorzeigen: Der neue Webauftritt der FH Münster

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Die FH Münster hat ihre Webseiten für Studienbewerber einem Relaunch unterzogen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Ein junges, modernes Design trifft auf eine ausgeklügelte Nutzerführung und lässt die Herzen unserer Usabilityexperten höher schlagen. Jugendstil hat nach dem Relaunch der FH Münster im Rahmen einer Expertenevaluation noch einen abschließenden Blick auf die Usability der Seiten geworfen. Wir finden, der Hochschule ist ein Vorzeigeprojekt in Sachen Hochschulmarketing und Online-Rekrutierung gelungen. Bei Karsten Schäpermeier, dem Leiter der Hochschulkommunikation, haben wir im Interview Details zum Relaunch erfahren.

Herr Schäpermeier, was hat Sie dazu bewogen, Ihre Webseite zu überarbeiten?
Den eigentlichen Relaunch hatten wir schon im Herbst 2015. Damals haben wir die Technik und das Layout der Seiten bearbeitet und auf das Responsive Design umgestellt. Denn wir hatten eine neue Corporate Identity bekommen und damit auch ein neues Logo. Im Frühjahr 2017 haben wir ein neues Campus-Management-System eingeführt und den Bereich für Studienbewerber komplett überarbeitet. Unsere Aufgabe lag darin, dem User das Gefühl zu nehmen, zwischen verschiedenen Systemen hin- und herzuspringen. Er sollte Konsistenz spüren und im Dialog mit der Seite stärker geführt werden.

Wie sind Sie vorgegangen – haben Sie Usability-Tests durchgeführt?
Der heutige Stand ist das Produkt mehrerer Prozesse. In 2011 hatten wir schon mal einen Usability-Test für die Studiengangseiten durchgeführt. Mit zwei Fokusgruppen: zum einen mit studieninteressierten Schülern und zum anderen mit bereits Studierenden. Vieles, was dort an kritischen Nutzersituationen gefunden wurde, hat heute noch Bestand. Darüber hinaus haben wir bei der Einführung des neuen Campus-Management-Systems intensiv das Zusammenspiel unserer Webseite mit dem CMS getestet und diskutiert. Im Herbst 2017 wollen wir erneut Usability-Tests durchführen. Die Optimierung unserer Webseite ist ein laufender Prozess.

Haben Sie eigentlich auch ein Intranet?
Ja, wir haben eins – technisch betrachtet ist es eigentlich ein Extranet auf unseren Internetseiten. Das myFH-Portal, bei dem sich Studierende und Mitarbeiter registrieren können, soll sich als zentrale Anlaufstelle für interne Dinge etablieren.

Hat sich der Relaunch schon positiv auf Ihre Visits bzw. Pageimpressions ausgewirkt?
Ja, tatsächlich. Wir setzen ja auch ein Monitoringtool ein und konnten feststellen, dass der Mai 2017 die besten Pageimpressions der letzten zwei Jahre hatte. Was aber noch viel wichtiger ist: In diesem Zeitraum war die Absprungrate in dem Bereich, den wir aktuell überarbeitet haben, extrem niedrig.

Eine schöne Bestätigung dafür, dass Sie beim Relaunch viel richtig gemacht haben.
Das stimmt. Eine der signifikantesten Änderungen und besonders hilfreich für studieninteressierte Nutzer war die Anpassung in unseren Guides. Wir haben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Bewerbungsprozess eingeführt. Denn der ist immer anders, abhängig z.B. davon, für welchen Studiengang Sie sich bewerben oder wo Sie die Hochschulzugangsberechtigung erworben haben.

Spiegelt sich die Überarbeitung der Guides schon in der Bewerberzahl und Bewerberqualität wider?
Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht sagen. Überhaupt ist es schwierig, da eine Aussage zu treffen, denn zum einen läuft die Bewerbungsfrist für viele Studiengänge ja noch bis zum 15. Juli. Außerdem sind die Bewerberzahlen von vielen weiteren Faktoren abhängig, unter anderem davon, wie der Stand der Absolventen an den Schulen ist.

Wie viel Zeit hat der Relaunch in Anspruch genommen?
Wenn man Ideen und Vorkonzepte mit einrechnet, kann man von Jahren sprechen. Es ist ja ein ständiger Prozess, in dem wir uns befinden. Betrachtet man aber nur konkret die letzte Umstellung, hat das Projekt etwa drei bis vier Monate gedauert. Ohne Konzeptphase, nur die technische Umstellung.

Würden Sie beim nächsten Relaunch etwas anders machen?
Man findet ja immer etwas, um schneller, besser und effektiver zu werden. Beim aktuellen Relaunch ist hängengeblieben, dass man nicht nur Zeit für Tests einplant, sondern auch ausreichend Zeit danach, um Änderungen in allen System vorzunehmen, die betroffen sind.

Vielen Dank für das Gespräch!