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27 Mai

Vorsicht vor der Lobbyismus-Keule! Wie Schulkooperationen mit der Wirtschaft gelingen können

Die einen nennen es praxisnahe Unterrichtsgestaltung, die anderen versteckten Lobbyismus: Der Fall einer Schule-Wirtschaft-Kooperation aus Niedersachsen erfährt derzeit bundesweite Beachtung. Hintergrund ist die Entscheidung des Kultusministeriums in Hannover, die langjährige Zusammenarbeit von fünf Gymnasien mit verschiedenen Unternehmen der Erdöl- und Erdgasbranche nicht länger zu erlauben. Als Grund führte eine Ministeriums-Sprecherin die Sorge vor einseitiger Beeinflussung der Schülerinnen und Schüler an.

Die Organisation LobbyControl hat den Erlass der Schulpolitiker begrüßt – davon war auszugehen. Ebenso wenig überraschend, dass der Erdölverband WEG, der die Kooperation einst in der Staatskanzlei ausgehandelt hatte, mit Unverständnis reagiert. Allerdings bewerten auch die Leitungen der beteiligten Schulen die Zusammenarbeit mit den Energieunternehmen sehr positiv (nachzulesen etwa bei NDR.de oder in der ZEIT, die sich schon Ende 2013 mit dem Thema befasst hat) und hätten gerne weitergemacht. Kann man ihnen deshalb Blauäugigkeit unterstellen? Oder gar Käuflichkeit? Immerhin haben die Unternehmen ein hübsches Sümmchen Geld springen lassen, damit sich das Schultor für sie öffnet – laut Medienberichten 10.000 Euro jährlich pro Schule.

Blauäugig, käuflich? Pragmatisch!

Andererseits: Könnte man nicht auch sagen, dass die Schulleitungen ganz einfach das getan haben, was die Politik von ihnen verlangt? Nämlich: ihren Schülerinnen und Schülern frühzeitig Einblicke ins Arbeitsleben ermöglichen, damit sie nach dem Abitur nicht wie die Ochsen vorm Berg stehen, sondern eine fundierte, belastbare Berufsentscheidung treffen können. So arbeitet das niedersächsische Kultusministerium derzeit gemeinsam mit anderen Bildungsakteuren und den Sozialpartnern an einer Verbesserung des Übergangssystems für Jugendliche ins Berufsleben. Einer der Eckpunkte dabei ist explizit auch, die Berufsorientierung an Schulen um „systematische betriebliche Anteile“ anzureichern (s. Zeilen 50 bis 57).

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